1. Liebe Kirsten,KirstenHossfeld-Kommunikation du bist vor fast vier Jahren zu MainKinzigGas als Leiterin der Unternehmenskommunikation gewechselt. Vorher hast du viele Jahre als Redakteurin in der Internen Kommunikation gearbeitet. Was hat dich an der neuen Position besonders gereizt?

Auch wenn ich für die Arbeit in der internen Unternehmenskommunikation gebrannt habe – und das auch immer noch tue – so hat mich gereizt, für das gesamte Themenfeld verantwortlich sein zu können und auch die Geschäftsführung entsprechend zu beraten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kunden von heute und morgen sowie die Partner des Unternehmens – sie alle auf individuellen und doch verzahnten Kanälen anzusprechen, das ist unglaublich spannend. Vor allem in einer Zeit, in der Unternehmenskommunikation erfreulicherweise immer stärker vom Dialog geprägt ist.

Ich wusste außerdem, dass ich in ein Unternehmen mit vergleichsweise mittelständischen Strukturen wechsele. Bei MainKinzigGas kennt jeder noch jeden und das ist toll. Für das Mehr an Kommunikation, das wir als UK-Team seither anbieten,  und auch die Art und Weise der Ansprache bekommen wir viel positives Feedback. Das bestärkt natürlich. 

2. Wie behauptet man sich als Frau in einer von Männern dominierten Branche?

„Behaupten“ – das klingt fast so, als ob ich jeden Tag einen entsprechenden Wettkampf überstehen müsste. Das ist nicht so. Auch wenn es insgesamt in unserer Gesellschaft im Bereich der absoluten Gleichbehandlung noch immer genug zu tun gibt, so hat sich meines Erachtens in der Haltung der Männer erfreulicherweise schon sehr viel getan. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass in der Beurteilung von Kompetenz in der Regel geschlechtsunabhängig auf das Paket bestehend aus Fachwissen, Engagement und den sogenannten Soft Skills geschaut wird. Der gegenseitige Respekt wächst zusehends. Frauen sollten diese Entwicklung mit einem entsprechenden Selbstbewusstsein noch stärker für sich nutzen.

3. Spielen Themen wie Social Intranet eine Rolle in der Internen Kommunikation eines mittelständischen Energieunternehmens?

 Ja, natürlich. Unser Alltag wird vom Charakter der Sozialen Medien und dem erwähnten Dialoganspruch immer stärker geprägt und so setzen wir uns damit auch in der Unternehmenskommunikation auseinander. Entschieden haben wir uns bislang für folgenden Ansatz: Unser Intranet ist dezentral aufgebaut, das heißt, neben der hauptverantwortlichen UK posten auch die Fachabteilungen relevante News auf der Startseite. Jede Organisationseinheit stellt außerdem eigenverantwortlich zusätzliche Infos in ihrem exklusiven Abteilungsbereich zur Verfügung. Aktuell arbeiten wir gerade an der Einführung eines integrierten Wikis und möchten den Mitarbeitern außerdem die Präsentation ihrer Person in Form eines Intranet-Profils anbieten.

Neben allem Engagement im Online-Bereich war uns allerdings auch die Einführung unserer internen Wissensveranstaltungen wichtig. Hier kann jeder – nach entsprechender Anmeldung bei uns – über seine Arbeit, sein Projekt oder auch seine Verbesserungsvorschläge sprechen. Das Ganze findet freitagnachmittags statt – ganz unkompliziert  –  und wird gut angenommen. Für uns der Beweis, dass das Zwischenmenschliche in der Kommunikation einfach immer noch am stärksten wirkt.