7 Dos and Don’ts in der Medienarbeit

Nun bin ich mittlerweile über zwölf Jahre im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Media Relations sind trotz Social Media und Content Marketing weiterhin ein wesentlicher Bestandteil. Du willst in die PR einsteigen? Dann wirst du früher oder später nicht drum herum kommen, einen Journalisten anzurufen, um ihm oder ihr ein Thema vorzustellen. Ziel ist es, zu begeistern. Ob er nun gleich berichtet oder das Thema auf Wiedervorlage legt und noch einmal hervorkramt, wenn es zum nächsten Special oder in den redaktionellen Kontext passt – du bleibst im Gedächtnis. Und darum geht‘s: Beziehungsaufbau!

Meine 7 Dos in der Medienarbeit

  1. Checke, ob der Titel wirklich relevant für das Produkt oder die Dienstleistung deines Kunden ist und schau ihn dir vorab an, sodass du die Leserschaft und inhaltliche Struktur kennst.
  2. In welches Ressort oder Format passt mein Thema eigentlich?
  3. Wenn du den passenden Redakteur gefunden hast: Was hat er für einen Background? Über was schreibt er sonst so? Einfach mal googlen, xingen, linkedInnen. Deshalb wirst nicht gleich zum Stalker ;-). Du kannst definitiv punkten, wenn du ihm zeigst, dass du weißt, mit wem du sprichst.
  4. Mach dir vorab klar: Was willst du ihm sagen? Mach dir ein paar Stichpunkte: Was sind deine Kernaussagen (max. 2-3)? Was ist das Besondere an deinem Produkt/deiner Story?
  5. Welches ist der geeignete Aufhänger? Das kann je nach Titel variieren. Punktest du bei einem Elternmagazin mit dem Produkt selbst für die „News“-Seite, musst du dich bei einem tagesaktuellen Medium fragen: Gibt es vielleicht ein übergeordnetes oder gesellschaftskritisches Thema, an dem du deins aufhängen kannst? Oft hilft auch der Blick in die Mediadaten. Hier auf jeden Fall auf den Punkt kommen und nicht zu lange herumeiern.
  6. Korrekturabzug: Wenn du den Journalisten kennst oder es um ein Interview geht, kannst du ihn ruhig fragen, ob er dir den Artikel vorab zuschickt. Bitte dann aber immer nur inhaltliche Aspekte auf Korrektheit prüfen, keine Formulierungen ändern! Der Journalist kennt seine Zielgruppe am besten und weiß, wie seine Nachricht bei ihr ankommt. Darauf kann er sehr empfindlich reagieren!
  7. Geh aktiv zum richtigen Zeitpunkt (nicht gerade montags vormittags zur Redaktionssitzung) authentisch und freundlich auf relevante Medien zu. Du solltest Journalisten nicht nerven und jede Woche anrufen, aber auch nicht zu defensiv sein und dich direkt abwimmeln lassen. Du darfst verbindlich sein. Wenn grundsätzlich Interesse besteht, bleib dran und rufe dich nach 2-4 Wochen wieder ins Gedächtnis. Finde das richtige Maß!

7 Dont’s in der Medienarbeit

  1. Nachfassaktionen: Wenn du bei einem Journalisten anrufst und fragst „Haben Sie die Pressemitteilung von Rollplay von vor zwei Wochen erhalten?“ ist das ein echtes No Go. Im Tagesgeschäft erhalten Redaktionen hunderte Mailings pro Tag und können sich nicht an jede Pressemitteilung erinnern. Stattdessen: Finde den richtigen Aufhänger!
  2. Du rufst in einer Redaktion an und stellst ganz unbedarft die Frage: „Ich bin für die PR von Monchhichi zuständig, wo könnte das Thema denn bei Ihnen reinpassen?“ Da solltest du zumindest schon mal selbst ein paar Ideen mitbringen und nicht den Journalisten deine Arbeit machen lassen.
  3. Du hast dich nicht mit deinem Gesprächspartner auseinandergesetzt und fragst ihn, ob er sich für Puppen interessiert, obwohl er eigentlich über Technik schreibt. Dazu bittest du ihn, dir den Artikel zu schicken, die er bereits veröffentlicht hat ;-). Das wirkt unprofessionell und du kommst direkt auf die schwarze Liste.
  4. Du fragst den Journalisten, warum er über die Konkurrenz schreibt und nicht übers eigene Unternehmen. Das hätte doch so gut gepasst beim letzten Special. Geht auch weniger vorwurfsvoll: „Ich bin in der letzten Ausgabe auf Ihr Themenspecial „E-Mobility für Kids“ gestoßen. Kennen Sie Rollplay schon, da hätte ich ein spannendes Thema…“ Vielleicht passt‘s beim nächsten Mal.
  5. Du verschickst eine Pressemitteilung und wartest was passiert ;-). Am besten vorab schon einmal überlegen: Wen könnte das Thema interessieren, gibt es vielleicht einen relevanten, wichtigen Titel, dem ich die Story vorab exklusiv anbieten könnte?
  6. Du bombardierst den Redakteur mit irrelevanten Pressemitteilungen, die direkt im Papierkorb landen und nimmst ihn nicht vom Verteiler, obwohl er darum gebeten hat.
  7. Du rufst einen Redakteur immer wieder an, obwohl er gar kein Interesse an deinem Thema hat. Das ist lästig und du wirst als „nervige PR-Tussi“ abgestempelt.

Fazit

Miriam-Blattert-SWM

Journalisten sind auch nur Menschen und verständlicher Weise genervt, wenn sie im Tagesgeschäft zwischen Redaktionskonferenzen und Abgabeterminen von Anrufern kontaktiert werden, die nicht wissen, was sie da wem eigentlich anbieten wollen. Daher ganz wichtig: Hausaufgaben machen nicht vergessen! Denn wir wollen positiv im Gedächtnis des Journalisten bleiben und nicht auf die schwarze Liste mit dem Vermerk „inkompetenter Zeiträuber“ kommen. Mir selbst hat diese Arbeit neben dem Schreiben immer am meisten Spaß gemacht. Wenn eine Agentur wächst, ändern sich (leider) die Aufgaben. Ich beschäftige mich nun überwiegend mit strategischen Themen und der Neukundenakquise. Die Journalisten, die ich aber von der ersten Stunde an kenne, sind mir als treue „Weggefährten“ geblieben und ich rufe sie von Zeit zu Zeit an. Das ist es, was den Aufbau und die Pflege von Beziehungen ausmacht! Nichts geht jedoch über den persönlichen Kontakt. Trifft man die Journalisten dann auf einer Messe oder einem Event, bleibst du auf jeden Fall in Erinnerung.

 

Von | 2018-12-04T09:57:46+00:00 3. Dezember 2018|Blog|0 Kommentare